Eine geeignete Raumakustik fördert:

  • Sprachverständlichkeit

  • Wohlbefinden

  • Beste Therapieergebnisse
  • Inklusion von Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen
  • Moderne Architektur ohne Nachteile
  • Effektives und ausdauerndes Lernen
  • Leistungsfähiges Arbeiten
  • Verbesserte Kommunikation
  • Vollwertiges Musizieren
  • Wertsteigerung für Immobilien

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Warum Raumakustik wichtig ist

Der Mensch nimmt über den Sinn des Sehens die meisten Informationen auf, das Hören steht allerdings schon an zweiter Stelle. Oft ist jedoch der Sinn des Hörens am wichtigsten, z.B. wenn Kinder sprechen lernen oder einfach wenn sich Menschen miteinander unterhalten. Bei unangenehmen Einflüssen können wir unsere Augen schließen – unsere Ohren jedoch nicht.

Wir gestalten Räume meist für den Sinn des Sehens, da wir wissen, dass ein ansprechend gestalteter Raum uns einen angenehmen Aufenthalt oder (je nach Nutzung des Raums) ein produktives Arbeiten oder Lernen darin ermöglicht. Das Hören findet bei der Gestaltung von Räumen oft wenig Aufmerksamkeit, obwohl es in ähnlicher Weise wie das Sehen auf unser Empfinden wirkt.

Die Akustik eines Raums bestimmt unser Hörempfinden darin. Schall (egal ob Sprache, Musik oder Geräusche) wird von Wänden und Gegenständen im Raum absorbiert ("geschluckt") oder reflektiert (in den Raum zurückgeworfen). Jeder Raum hat seine eigene akustische Charakteristik, sein "akustisches Klima". Diese Charakteristik kann durch raumakustische Maßnahmen auf die Nutzungsart des Raums angepaßt werden - so wie die richtige Beleuchtung oder der richtige Stuhl - mit dem Erfolg, dass wir in diesem Raum Stimmen besser verstehen, uns wohler fühler, besser arbeiten oder effektiver lernen.

Barrierefreiheit und Inklusion - nicht ohne Akustik

Vorrichtungen wie Rollstuhlrampen werden an öffentlich zugänglichen Gebäuden häufig umgesetzt – weil sie Sinn machen und weil sie die Forderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen. Eine geeignete Akustik wird in gleichem Maße von Gesetzen und Verordnungen gefordert, in der Praxis aber noch selten realisiert.

Dabei ermöglicht erst eine geeignete Akustik, dass Menschen mit erhöhtem Bedürfnis nach guter Hörsamkeit Anlagen wie gefordert „zweckentsprechend und ohne fremde Hilfe nutzen können“. Und davon profitieren sogar alle Menschen, da nur bei geeigneter Akustik eine ausreichende Sprachverständlichkeit für jedermann gegeben ist.

Trotz erwiesener Sinnhaftigkeit wird oft hinterfragt, ob die Akustik beachtet werden muss. Folgende Fakten legen nahe, dass dies der Fall ist und dass Architekten und Bauträger das Risiko von Streitigkeiten minimieren, wenn sie eine normgerechte Akustik realisieren:

Mehr…

- Das Benachteiligungsverbot Art. 3, Abs. 3 Grundgesetz, das Behindertengleichstellungsgesetz § 4 und die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordern für alle Menschen unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen einen gleichberechtigten Zugang zu allen relevanten Teilhabebereichen einer Gesellschaft

- Das Behindertengleichstellungsgesetz präzisiert in § 8 Herstellung von Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr (1) „Zivile Neu-, Um- und Erweiterungsbauten im Eigentum des Bundes ... sollen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik barrierefrei gestaltet werden“.

- Die Landesbauordnung (LBO) Baden-Württemberg führt das weiter aus in § 39 Barrierefreie Anlagen
(1) „Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen, die überwiegend von Menschen mit Behinderung oder alten Menschen genutzt werden … sind so herzustellen, dass sie von diesen Personen zweckentsprechend ohne fremde Hilfe genutzt werden können“
(2) „Die Anforderungen nach Absatz 1 gelten auch für“ (hier gekürzt)
Gebäude der öffentlichen Verwaltung ...
Schalter- und Abfertigungsräume …
Kirchen und andere Anlagen für den Gottesdienst,
Versammlungsstätten, Museen, Bibliotheken,
Jugend- und Freizeitstätten,
Messe-, Kongress- und Ausstellungsbauten,
Krankenhäuser, Kureinrichtungen und Sozialeinrichtungen,
Bildungs- und Ausbildungsstätten aller Art, wie Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen,
Kindertageseinrichtungen und Kinderheime,
Bürogebäude,
Gaststätten,
Praxen der Heilberufe und der Heilhilfsberufe

- Der Leitfaden Barrierefreies Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit
definiert die „Akustik-Norm“ DIN 18041:2016-03 klar als allgemein anerkannte Regel der Technik (S. 13)
und erläutert:
S. 150 Informations- und Kommunikationshilfen: „Eine optimierte Raumakustik ist obligatorisch“
S. 46 Einschränkung der auditiven Wahrnehmung: … „Der Schwerpunkt der Kompensationen durch bauliche Interventionen liegt in der sorgfältigen Beachtung der baulichen Akustik“...
S. 79 Auditive Wahrnehmung: „Akustische Informationen sowie sprachliche Kommunikation müssen so erfolgen, dass sie für alle Menschen wahrnehmbar sind. … Dabei ist es notwendig, akustische Grundvoraussetzungen zu schaffen.“
S. 145 Eingang und Foyer: „Wenn Foyers auch für Veranstaltungen genutzt werden, sind Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik ... zu berücksichtigen.“

- Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) regelt in Teil B, § 13 Mängelansprüche: „Die Leistung ist zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat und den anerkannten Regeln der Technik entspricht.“

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